Informationen zum Coronavirus SARS-CoV-2

DFV-Bundesfeuerwehrarzt Klaus Friedrich hat hilfreiche Dokumente zum Thema Coronavirus SARS-CoV-2 zusammengestellt. Es wird weiter fortgeschrieben.

Zur Lage
Lage (Stand 200403)
Lage (Stand 200402)
Lage (Stand 200401)
Lage (Stand 200331)
Lage (Stand 200330)
Lage (Stand 200327)
Lage (Stand 200326)
Lage (Stand 200325)
Lage (Stand 200324)
Lage (Stand 200323)
Lage (Stand 200320)
Lage (Stand 200318)
Lage (Stand 200315)
Lage (Stand 200310)

Zu COVID-19
Feuerwehrarzt allgemein zu COVID-19 V (Stand 200403)
Feuerwehrarzt allgemein zu COVID-19 IV (Ergänzung) (Stand 200401)
Feuerwehrarzt allgemein zu COVID-19 IV (Stand 200318)
Feuerwehrarzt allgemein zu COVID-19 III (Stand 200315)
Feuerwehrarzt allgemein zu COVID-19 II (Stand 200311)
Feuerwehrarzt allgemein zu COVID-19 I (Stand 200301)

Links und Dokumente zur weiteren Information:

FAQ zu COVID-19 und allgemeinem Verhalten
FAQ der DGUV
Antworten des Bundesinnenministeriums auf häufig gestellte Fragen
Vom Robert Koch Institut ständig aktualisiert bereitgestellte Informationen
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit
Krankschreibung (Stand 200309)
Tipps des BBK zur häuslichen Quarantäne
Positivliste Geschäftsöffnung (Stand 200324)
Hinweise des RKI zur häuslichen Isolierung
Nähanleitung Behelfs-Mund-Nasen-Schutz (Feuerwehr Essen)
FAQ der DGUV zu Erster Hilfe in Bezug auf COVID-19
Epidemiologisches Bulletin zur Erfassung der SARS-CoV-2-Testzahlen in Deutschland (Stand 200402)

Fachliche Hinweise
Hinweise des Fachbereichs Feuerwehren Hilfeleistungen Brandschutz der DGUV (aktualisiert 30.03.2020)
Hygienemaßnahmen für Einsatzkräfte (RKI)
Infografik zu Maßnahmen im Verdachtsfall (Stand 200324)
DGUV: Neuer Schnelltest für Pandemie-Atemschutz
Empfehlung der EU-Kommission (Konformitätsbewertungs- und Marktüberwachungsverfahren im Kontext der COVID-19-Bedrohung)
Schreiben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (Beurteilung der Verkehrsfähigkeit von Schutzgütern und -ausrüstungen ohne CE/NE-Kennzeichnung im Zusammenhang mit der Ausbreitung von COVID-19)
Kostenlose europäischen Normen für Medizinprodukte und persönliche Schutzausrüstung
COVID-19: Stressbearbeitung nach belastenden Einsätzen
Information des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (#Covid-19 Beförderung gefährlicher Güter)
Prüfnormenvergleich zu Filterschutzmasken
3M: Disinfection of Filtering Facepiece Respirators
Klinik-ethische Empfehlungen über die Zuteilung von Ressourcen
Gesetz zur Abmilderung der Folgender COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht
RKI: Kontaktpersonennachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen
RKI: Kontaktpersonennachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen für medizinisches Personal
Kurzübersicht Sonderregelungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

 

 

Reduzierung des gegenseitigen Infektionsrisikos

Die DGUV-Hinweise für Einsatzkräfte zum Umgang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 sind um Hinweise zur Reduzierung des gegenseitigen Infektionsrisikos ergänzt worden. Hier die Hinweise als Auszug. Das komplette Dokument steht hier zum Download.

Reduzierung des gegenseitigen Infektionsrisikos
Die nachfolgenden Hinweise können dazu beitragen, das Infektionsrisiko unter Einsatzkräften zu verringern.

Im Feuerwehrhaus/Stützpunkt
Aufenthalt im Feuerwehrhaus/Stützpunkt
●● Begrenzung der im Feuerwehrhaus/Stützpunkt befindlichen Personen.
●● Aufenthaltsdauer von Einsatzkräften, insbesondere von mehreren gleichzeitig, auf das erforderliche Maß begrenzen. Dies gilt zum Beispiel für:
– Bereitschaft,
– Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft,
– Nachbesprechungen.

Merkregel: Mindestens 1,5 m Abstand voneinander halten.

Aufbewahrung, An- und Ablegen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA)
●● Örtlich oder zeitlich versetztes An- und Auskleiden.
Zum Beispiel:
– mindestens einen Spind Abstand zwischen alarmierten Einsatzkräften,
– PSA dezentral im Feuerwehrhaus/Stützpunkt unterbringen, d. h. nicht alle PSA in einem Raum.

Merkregel: Möglichst wenige Einsatzkräfte zur gleichen Zeit am gleichen Ort.

●●PSA im Privat-Fahrzeug ist zu vermeiden! Das gilt sowohl für den Kofferraum, als auch für bereits angelegte PSA, da dies zu einer Kontaminationsverschleppung bis in den privaten Bereich (Familie) führen kann.

Besetzung der Einsatzfahrzeuge
Abstände zwischen den Einsatzkräften vergrößern. Dazu die Besatzung auf den Fahrzeugen reduzieren. Zum Beispiel:
●● ein Gruppenfahrzeug mit einer Staffel oder
●● ein Staffelfahrzeug mit einem Trupp besetzen.
Weitere erforderliche Kräfte sollten nach Möglichkeit mit anderen Einsatzfahrzeugen, z. B. mit einem Mannschaftstransportfahrzeug folgen.

Merkregel: Das Nachrücken mit privaten PKW ist zu vermeiden.

Neben der oben beschriebenen Kontaminationsverschleppung in den privaten Bereich werden Einsatzkräfte in privaten Fahrzeugen von anderen Verkehrsteilnehmern nicht als Feuerwehr/Hilfeleistungsorganisation wahrgenommen.

Ausnahmeregelungen für Vereine und Stiftungen

Information für Feuerwehrvereine und Stiftungen: Der Bund hat mit dem Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht vom 27. März 2020 eine Ausnahmeregelung verabschiedet, mit der Vereine auch dann Beschlüsse fassen können, wenn in ihrer Satzung keine Möglichkeiten für Videokonferenzen oder andere „virtuelle Sitzungen“ vorgesehen sind. Damit können Mitgliederversammlungen, Entlastungen und Wahlen auch in Zeiten von COVID-19 durchgeführt werden. Auch Abstimmungen per E-Mail und Fax werden ermöglicht. § 5 betrifft Vereine und Stiftungen. Das Gesetz steht hier im Bundesgesetzblatt online.

Prüfnormenvergleich Filterschutzmasken

Eine Information des DIN-Normenausschusses Feuerwehrwesen (FNFW) für alle mit der Beschaffung von Filterschutzmasken FFP2 befassten Personen:

Auf Grund der weltweiten Pandemie des Virus SARS-CoV-2 ist der verfügbare und lieferbare Bestand an Schutzmasken nach EN 149 auf ein sehr kritisches Niveau gesunken. Aus diesem Grund hat sich die Berliner Feuerwehr mit Alternativlösungen zu EN 149-Masken befasst.

Es werden insbesondere die Schutzmasken des Typs KN95 nach der chinesischen Norm GB 2626-2006 angeboten.

Mit Hilfe von u.a. des FB FHB der DGUV und des DIN-FNFW hat die Berliner Feuerwehr einen Prüfnormenvergleich zwischen Filterschutzmasken FFP2 nach EN 149 mit chinesischer Norm GB 2626-2006 (KN95) durchgeführt.

Kurzzusammenfassung des Ergebnisses:
Die Schutzmasken FFP2 (EN 149:2001) und KN95 (GB 2626-2006) sind für den vorliegenden Fall (SARS-CoV-2) gut miteinander vergleichbar.
Das fragliche Aerosol (SARS-CoV-2) ist nicht ölgebunden.

Das vollständige Ergebnis gibt es hier zum Download. Die Berliner Feuerwehr hat die Verteilung angeregt und es zur Verteilung freigegeben.

Wir hoffen, dass Ihnen diese Informationen in der aktuellen Lage weiterhelfen.

Vegetationsbrandgefahr: Hinweise zur aktuellen und generellen Lage

von Dr. Ulrich Cimolino, Vorsitzender AK Waldbrand im FA ELU, DFV

Das Jahr 2020 hat zwar mit viel Regen die Grundwasserspeicher wieder in vielen Bereichen – aber nicht überall! – etwas angefüllt. In weiten Bereichen v.a. in Mittel- und Ostdeutschland sind die Pegel aber noch weit vom Normalstand entfernt.

Auskünfte darüber können über die ländereigenen Informationsdienste eingeholt werden, hier einige Beispiele, die Darstellung und der Bezug ist leider völlig unterschiedlich:
Bayern: https://www.nid.bayern.de/grundwasser (online direkt von jedem abrufbar)
Brandenburg: https://geobroker.geobasis-bb.de/gbss.php?MODE=GetProductInformation&PRODUCTID=2FE302D7-0ADA-4AFF-B6B3-15AA98C229D7 (Download einer Software notwendig)
NRW: https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/wasser/grundwasser/grundwasserstand/grundwasserdaten-online (Zugang nur über das Behördennetz!)

In weiten Bereichen Deutschlands liegen neben den Trockenschäden aus den letzten Jahren immer noch massive Sturmschäden vor. Diese werden gefolgt von größeren Flächen mit Schädlingsbefall (mittlerweile auch in immer größeren noch stehenden Beständen). Ein Beraumen der Flächen erfolgt oft nicht (Naturschutz, wirtschaftliche Gründe), oder nur rudimentär. Häufig bleibt der Schlagabraum in größeren Haufen oder Streifen mitten im Wald oder an dessen Rand liegen. Brennt so ein Abraumhaufen neben der – ggf. einzigen – Zufahrtsstraße, ist der Bereich auch für Einsatzfahrzeuge nicht mehr erreichbar, bis der Haufen nicht gelöscht ist.

Aktueller Hinweis zur Gefahrenlage:

Es ist in der anlaufenden Vegetationsperiode seit einigen Tagen sehr trocken. Obwohl es für die Jahreszeit zu kalt ist, führen die anströmenden kontinentalen, damit weitgehend trockenen Luftmassen auch bei uns zu einer meist sehr geringen Luftfeuchtigkeit, die das Austrocknen der Oberflächen begünstigt.

Das zeigt sich seit Tagen schon in den Entwicklungen der beiden Indizes des DWD:

Der Graslandfeuerindex ist mittlerweile (Stand: 26.03.2020) für fast ganz Deutschland durchgehend rot (Stufe 4 von 5)!
https://www.dwd.de/DE/leistungen/graslandfi/graslandfi.html

In einigen Bereichen steht auch schon der Waldbrandgefahrenindex bei 4.
https://www.dwd.de/DE/leistungen/waldbrandgef/waldbrandgef.html

Da es die nächsten beiden Wochen – und damit bis weit in den April hinein – den Vorhersagen nach in Deutschland im Durchschnitt voraussichtlich weiter eher (zu) trocken bleiben wird, wird sich das Problem der sehr trockenen Vegetation zu Frühjahrsbeginn und der ausgetrockneten Humusschichten am Boden eher verschärfen.

Mit dem Wind sehr schnell laufende Bodenfeuer können sich hier insbesondere in noch stehenden, ausgetrockneten Schilf-, oder wilden Grasbeständen aus dem letzten Jahr entwickeln.
Diese finden sich oft auch an Waldrändern oder in freien Flächen oft ehemaliger (Hoch-)Moore.

Es besteht hier insbesondere die Gefahr, dass sich ein Feuer dann vom Waldrand in den – unter Umständen sehr trockenen oder vorgeschädigten – Bestand oder in den oft am Waldrand liegenden Schlagabraum frisst und dann aus einem Bodenfeuer sehr schnell ein Vollbrand entstehen kann.

Den Feuerwehren ist ergänzend zu den üblichen Maßnahmen zu raten:
1. Enge Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern, -bauern und Förstern bzw. Forst- und ggf. auch Umweltämtern, um lokale Gefahrenlagen erkennen und ggf. zumindest etwas entschärfen zu können. (Z.B. durch Umlagerung oder Abfahren von Schlagabraum, Kürzen oder Mulchen von Schilf- oder Grasbeständen.)
2. Aktualisierung der Einsatzunterlagen, z.B. Anfahrten, Wasserversorgungsmöglichkeiten.
3. Beginn der Öffentlichkeitsarbeit – soweit noch nicht geschehen – zur Vermeidung von Bränden im Freien. (Auch wenn mit den Ausgangsbeschränkungen derzeit ein geringerer Druck in vielen Gebieten da ist, es gibt natürlich v.a. bei gutem Wetter immer noch viele Spaziergänger, Hundebesitzer, Sportler usw., die sich im Freien aufhalten. Je länger die gute Wetterlage dauert und je weiter das „Corona-Thema“ weg erscheint, umso mehr wird die Nutzung der Natur wieder zunehmen.)
4. Im Einsatzfall ist ein sofortiger massiver Einsatz gefragt, um eine Ausbreitung möglichst noch am Anfang zu verhindern! Auch der Einsatz von Hubschraubern mit Außenlastbehältern kann hier schon in der ersten Phase wertvolle Hilfe liefern.

Neu: Fachbereich Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte

Es gibt einen neuen Fachbereich im Deutschen Feuerwehrverband: Das Gremium befasst sich mit der Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte. Zum Fachbereichsleiter wurde am 13. März Rolf Schamberger, Kunsthistoriker und Leiter des Deutschen Feuerwehr-Museums, bestellt.

„Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden!“, unterstreicht Schamberger mit einem Zitat des dänischen Philosophen Soeren Kierkegaard den Anspruch des neuen Fachbereiches. Auch wenn sich Geschichte niemals 1 zu 1 wiederhole, so beinhalte die Geschichte jedoch einen Erfahrungsschatz, von dem die Gegenwart nur profitieren könne. „Ich freue mich sehr, dass die Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte innerhalb der Facharbeit des DFV mit der Bildung eines eigenen Fachbereichs einen adäquaten Stellenwert eingenommen hat“, resümiert Schamberger.

„Die Thematik der Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte war im vergangenen Jahrzehnt in einem DFV-Arbeitskreis präsent. Unter anderem durch das unermüdliche Engagement von Siegfried Bossack, des langjährigen Vorsitzenden des Arbeitskreises, sowie weiterer Akteure ist das Thema nun erfolgreich in einen Fachbereich überführt worden“, lobt der fachlich zuständige DFV-Vizepräsident Frank Hachemer.

Der neue Fachbereich für Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte des DFV übernimmt nicht nur die Aufgaben des vormaligen Arbeitskreises. Im ersten Schritt wird ein neuer Arbeitskreis „Feuerwehrmuseen in Deutschland“ ergänzt. „Dies war vormals die Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehrmuseen in Deutschland, die unter dem Dach der Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes etabliert wurde. Nun werden die verschiedenen Akteure noch enger vernetzt“, erläutert Schamberger. Angedacht ist zudem die zeitnahe Bildung von Arbeitskreisen für die Bereiche „Historische Feuerwehrautomobile“ sowie „Handdruckspritzen“.

Im neuen Fachbereich sind wie im vorherigen Arbeitskreis 14 Landesfeuerwehrverbände und die Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes (vfdb) vertreten.

Trauer um DFV-Versandhausgründer Rolf Schäfer

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) trauert um Rolf Schäfer, Gründer des Versandhauses des DFV, der im Alter von 73 Jahren verstorben ist. „Rolf Schäfer hat mit Tatkraft und Durchhaltevermögen Maßstäbe gesetzt. Aus seiner Idee eines Versandhauses ist ein umfassender Dienstleister für die Feuerwehren geworden. Dieser war bei der bundesweiten Verbreitung von Rauchwarnmeldern unverzichtbar und ist heute noch ein wichtiger Pfeiler für Öffentlichkeitsarbeit und Brandschutzerziehung in den Feuerwehren“, erinnert Hermann Schreck, Vizepräsident und ständiger Vertreter des Präsidenten des DFV.

Rolf Schäfer war nach einer Lehre zum Großhandelskaufmann und der anschließenden Tätigkeit bei einem Süßwarenhersteller zunächst als Bundesjugendsekretär zum DFV gekommen. Dort trieb er die Idee voran, „all das, was die Feuerwehrangehörigen an tausend Stellen kaufen müssen, zu bündeln – neudeutsch ein One-stop-shop“, wie er selbst 2011 anlässlich seiner Verabschiedung in den Ruhestand nach 43 Dienstjahren erklärt hatte. „Aus einer Bestellliste mit 18 Positionen wurde ein Portfolio von 10.000 Produkten, aus denen unsere Kunden wählen können“, berichtet Schäfers Nachfolger als Geschäftsführer des DFV-Versandhauses, Markus Grashoff.

Rolf Schäfer kannte die Bedarfe der Ehrenamtlichen. Noch als Jugendfeuerwehrangehöriger hatte er am ersten Bundesjugendtreffen in Duisdorf teilgenommen, war Oberbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr, jahrelang Kreisjugendfeuerwehrwart des Landkreises Bonn und Vorsitzender des Stadtjugendrings Bad Godesberg. Schäfer war Träger des Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuzes in Gold und der Goldenen Ehrennadel des DFV.

Deutsche Feuerwehr-Meisterschaften 2020 abgesagt

Wettbewerbe im Kyffhäuserkreis (Thüringen) werden auf 2021 verschoben

In diesen Tagen beherrschen die besonnene Reaktion und der verantwortliche Umgang mit dem Corona-Virus nahezu alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) hat bis auf weiteres konsequent alle Veranstaltungen abgesagt. „In enger Abstimmung mit dem Thüringer Feuerwehr-Verband und dem Kyffhäuserkreis haben wir nun entschieden, dass auch die Deutschen Feuerwehr-Meisterschaften in der Zeit vom 29. Juli bis zum 2. August 2020 deshalb nicht stattfinden und in das Frühjahr 2021 verschoben werden“, erklärt Hermann Schreck, ständiger Vertreter des Präsidenten und fachlich zuständiger DFV-Vizepräsident. „Wir bedauern diesen Schritt zutiefst; wir hatten die Deutschen Feuerwehr-Meisterschaften gut vorbereitet“, sagt Antje Hochwind-Schneider, Landrätin des Kyffhäuserkreises. „Wir werden aber auch 2021 gute Gastgeber sein und freuen uns auf eine tolle Veranstaltung“, ergänzt sie. Eine endgültige Entscheidung zum Termin ist erst nach entsprechender Prüfung möglich.

Geplant waren die Wettbewerbe im thüringischen Kyffhäuserkreis in den Bereichen Traditioneller Internationaler Feuerwehrwettbewerb und Internationaler Feuerwehrsportwettkampf. Sie sind die Qualifikation für die Wettbewerbe des Weltfeuerwehrverbandes CTIF, die 2021 in Slowenien stattfinden sollen. Informationen zu den Deutschen Feuerwehr-Meisterschaften werden auf www.deutsche-feuerwehrmeisterschaften.de zur Verfügung gestellt werden.

Aktuelle Lage: „Jetzt ist Zusammenhalt gefragt!“

„Die eintretenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Verbreitung des Corona-Virus fordern auch die Feuerwehren heraus – vor allem im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit, aber auch zum sonstigen Schutz der Menschen in unserem Land“, informiert Hermann Schreck, Vizepräsident und ständiger Vertreter des Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Ausbildungen, Versammlungen, Tagungen und Sitzungen wurden deshalb weitgehend bereits verschoben, abgesagt oder nur unter der Lage angepassten Voraussetzungen durchgeführt. „Die Verantwortlichen sind gemeinsam mit allen Aktiven gefragt, der jeweiligen Situation und Lage gerechte Lösungen zu schaffen, sich eng miteinander abzustimmen, um Ausfälle ausgleichen zu können und immer auf dem aktuellen Stand der Entwicklung zu bleiben. Für diesen außerordentlichen Einsatz danke ich herzlich“, so Schreck.

„Eines ist sicher: Die Verantwortungsträger in den Feuerwehren werden in bewährter Weise mit großer Umsicht und Besonnenheit gemeinsam mit allen Akteuren agieren. So werden die Feuerwehren auch in dieser Situation ihren Teil dazu leisten, damit die zu erwartenden Eingriffe in unser aller Leben in den Reihen der Feuerwehren, aber auch in der übrigen Bevölkerung, richtig aufgefangen werden. Hier wird sich jetzt die besondere gesellschaftliche und soziale Rolle bewähren, die die Feuerwehren innehaben. Jetzt ist Zusammenhalt gefragt!“, erklärt der DFV-Vizepräsident.

Der Deutsche Feuerwehrverband wird im Kontakt mit seinen Mitgliedsverbänden die aktuelle Entwicklung beobachten und die Verbreitung von hilfreichen Informationen unterstützen – etwa über diesen Blog.

Aktualisierung der Empfehlungen der DGUV

Die Empfehlungen der DGUV „Hinweise für Einsatzkräfte zum Umgang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“ wurden mit Stand von heute (17.03.2020) wie folgt ergänzt:

• Neuer Punkt: 3.2.3 Pandemiebedingte Einschränkungen bei der Durchführung von (Belastungs-) Übungen für das Tragen von Atemschutz

• Punkt 3.2.2 um Ausführungen zur Aufbereitung von PSA und Gerätschaften ergänzt.

Die aktualisierte Datei ist HIER online.

Einsatz für Vergabe der 450 MHz-Frequenzen an BOS

DFV appelliert: „Mobiler Einsatz erfordert zwingend eine Funklösung“

Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), zu denen auch die Feuerwehren zählen, haben genau wie die Bundeswehr zwingenden Bedarf an Breitbandanwendungen (Daten) zur Bewältigung ihrer vielfältigen Aufgaben und Einsatzlagen. „Mobiler Einsatz erfordert zwingend eine Funklösung“, erklärt Lars Oschmann, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Angesichts des derzeit zur Neuzuteilung ab 2021 anstehenden Bereichs um 450 MHz appelliert der DFV unter anderem an die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages, sich für die Vergabe dieser Frequenzen an die BOS und damit eine zukunftssichere Technologie für die Feuerwehren einzusetzen. Auch Mitglieder des DFV-Präsidialrates wenden sich aktuell an ihre zuständigen Bundestagsabgeordneten.

Auch Datenkommunikation ist zusätzlich zur Sprache in Zukunft als „einsatzkritisch“ einzustufen. Das betrifft zum Beispiel Messenger, Bildübertragung, Vitaldaten. „Die für einsatzkritische Übertragung notwendige Sicherheit, zeitliche Verfügbarkeit und räumliche Abdeckung können die in Deutschland verfügbaren kommerziellen Netze nicht bieten. Daher ist ein eigenes dediziertes Funknetz sinnvoll“, erläutert DFV-Vizepräsident Oschmann.

Aufgrund der physikalischen Eigenschaften (niedrige Frequenz = hohe Reichweite) ist der derzeit zur Neuzuteilung ab 2021 anstehende Bereich um 450 MHz der einzig sinnvolle und mögliche Frequenzbereich für ein solches Netz. Die Frequenzen sind grenzüberschreitend nutzbar. Eine flächendeckende Verwendung der bereits den BOS zugeteilten Frequenzen bei 700 MHz würde tausende neue Standorte erfordern und daher Zusatzkosten im mittleren Milliardenbereich verursachen. Außerdem sind diese Frequenzen Randfrequenzen, die international nicht für LTE standardisiert sind. Es ist daher keine marktgängige Technik verfügbar.

Die Innenministerkonferenz bestätigte bezüglich der 450 MHz in der 211. Sitzung den fachlichen Bedarf. Die zuständige Bundesnetzagentur hat die Vergabeentscheidung in den politischen Raum abgegeben.

Mehr DFV-Informationen: www.feuerwehrverband.de/presse