Fachempfehlung „Vegetationsbrand“ aktualisiert

Auswertung der letzten Jahre floss in Überarbeitung ein / Mehr Raum für Luftfahrzeugeinsatz

Berlin – Die letzten Jahre waren in Deutschland im Durchschnitt wieder viel zu warm und vor allem viel zu trocken. Das Ergebnis waren zahlreiche kleinere und größere Vegetationsbrände mit einer Einsatzdauer bis hin zu mehreren Wochen. „Nach den Auswertungen dieser oft sehr komplexen Einsatzlagen auch in der Arbeitsgruppe Nationaler Waldbrandschutz der Innenministerkonferenz und des Deutschen Feuerwehrverbandes gibt es nun eine aktualisierte Fachempfehlung zu Sicherheit und Taktik im Vegetationsbrandeinsatz“, erklärt Karl-Heinz Knorr als zuständiger Vizepräsident im Deutschen Feuerwehrverband (DFV).

Der DFV-Arbeitskreis Waldbrand unter der Leitung von Dr. Ulrich Cimolino hatte die Aktualisierung der Fachempfehlung auch unter „Corona-Bedingungen“ umgesetzt. Der Arbeitskreis bearbeitet im DFV-Fachbereich „Einsatz, Löschmittel, Umweltschutz“ die operativen taktischen und technischen Maßnahmen für die Einsatzlagen zur Vegetationsbrandbekämpfung. „Die Feuerwehren sind gebeten, die Inhalte zu beachten und soweit wie möglich auch vor Ort umzusetzen“, berichtet Knorr.

Bereits seit 2006 lieferte eine DFV-Fachempfehlung grundlegende Einsatzhinweise für Taktik und Technik im Vegetationsbrandeinsatz. „Der Inhalt wurde aktualisiert und insbesondere dem Luftfahrzeugeinsatz mehr Raum gegeben. Das ist allein deshalb schon notwendig, weil sich nun immer mehr Polizeien in den Bundesländern auch mit dem Thema Brandbekämpfung aus der Luft als Unterstützung für die Feuerwehr beschäftigen und immer mehr Bundesländer dafür dann auch die geeigneten Helikopter sowie Ausrüstungen beschaffen“, erläutert der Arbeitskreisvorsitzende Dr. Ulrich Cimolino. Die Fachempfehlung soll in den nächsten Jahren weiter ergänzt bzw erweitert werden – etwa im Bereich der Persönlichen Schutzausrüstung im Vegetationsbrandeinsatz, weitere Details für den Luftfahrzeugeinsatz (Taktik und Technik) sowie die Einsatztaktik für die Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge, für die Anfang 2020 eine eigene Fachempfehlung veröffentlicht worden war.

„In den nächsten Jahren wird es vermehrt darum gehen, alle Interessensvertreter und beteiligten Gruppen an einen Tisch zu bekommen“, bekräftigen Knorr und Cimolino: „Die Feuerwehr muss hier zusammen mit den Betreibern der Luftfahrzeuge, aber auch der Forstwirtschaft sowie den Akteuren im Umwelt- und Naturschutz in gemeinsamer Arbeit die Ausgangsbedingungen für eine erfolgreiche Brandbekämpfung verbessern. Besondere Herausforderungen müssen dazu auch für die Arbeit in und um munitionsbelasteten Flächen noch gelöst werden.“

Die Fachempfehlung „Sicherheit und Taktik im Vegetationsbrandeinsatz“ steht unter https://www.feuerwehrverband.de/fachliches/publikationen/fachempfehlungen/ zum Download zur Verfügung.

Kompakt, lebendig, aktuell: DFV mit neuer Webpräsenz

Relaunch ein Jahr vor 29. Deutschem Feuerwehrtag und Interschutz

Berlin – Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) hat eine neue Webpräsenz: Der Internetauftritt www.feuerwehrverband.de ist komplett neu überarbeitet worden. Ein Jahr vor dem 29. Deutschen Feuerwehrtag und der Weltleitmesse Interschutz ist die Webseite nun online gegangen. Aufgrund der Corona-Pandemie waren die Veranstaltungen verschoben worden und finden nunmehr vom 14. bis 19. Juni 2021 in Hannover statt. Bereits jetzt will die Webseite Lust machen auf die Großveranstaltung und bietet Einblicke in den Planungsstand, aktuelle Tipps etwa zu Ticket und Übernachtung und einen Rückblick auf den letzten Deutschen Feuerwehrtag.

In kompakter und zeitgemäßer Gestaltung ist www.feuerwehrverband.de vom Desktop-Rechner wie auch mobil problemlos zu nutzen. Die Webseite bietet zahlreiche Informationen zum Verband und seiner Arbeit und stellt mit den Dokumenten aus der Facharbeit ein lebendiges Archiv dar. In der neuen Rubrik „Aktuelles“ finden die Besucherinnen und Besucher neue Informationen aus der Pressearbeit, von Fachbereichssitzungen, DFV-Veranstaltungen und aus der alltäglichen Verbandsarbeit. Dieser Bereich lässt sich als RSS-Feed in E-Mail-Programmen abonnieren. Hierzu ist im Feedreader https://feuerwehrverband.de/aktuelles/feed/ einzutragen.

Im Zuge des Neustarts passt der DFV seine Informationswege an: Interessierte können dem Deutschen Feuerwehrverband über die Internetseite www.feuerwehrverband.de folgen, in den Sozialen Medien auf Twitter (@FeuerwehrDFV) und Facebook (www.facebook.de/112willkommen) Benachrichtigungen abonnieren oder auch die enger getakteten DFV-Informationen (ehemals DFV-Pressedienst) erhalten. Aufgrund datenschutzrechtlicher Gründe konnten hierfür die Abonnenten des Newsletters nicht übernommen werden. Unter www.feuerwehrverband.de/informieren/ können sich Interessenten für die DFV-Informationen anmelden. Hierbei wird das datensichere Double-Opt-In-Verfahren genutzt. Wer bislang bereits den DFV-Pressedienst erhalten hat, muss sich nicht neu anmelden.

Auch im Newsportal der deutschen Presseagentur dpa ist der Deutsche Feuerwehrverband präsent; unter https://www.presseportal.de/abo/ besteht die Möglichkeit, kostenfrei die aktuellsten Pressemitteilungen von zahlreichen Institutionen aus dem Blaulicht-Bereich abonnieren. Der Deutsche Feuerwehrverband ist hier direkt unter https://www.presseportal.de/nr/50093 erreichbar.

COVID-19: Feuerwehr als Stütze der Gesellschaft

Maßnahmen zur flächendeckenden Sicherstellung des Grundschutzes entwickelt

Berlin – Sie stehen weiter jederzeit rund um die Uhr jederzeit für ihre Mitmenschen bereit, um sofort in auftretenden Notfällen zu helfen: Die mehr als eine Million Feuerwehrleute in Deutschland! Die weitaus meisten von ihnen sind „ganz nebenher“ als Ehrenamtliche aktiv – neben den aktuell auch persönlichen Schwierigkeiten für Beruf und Familie, in die sie die aktuelle Corona-Krise vielfach gebracht hat. Damit sind die Feuerwehrangehörigen nicht einfach nur nette Helfer von nebenan: „Mit ihrem Beispiel leben sie das Modell von gegenseitiger Solidarität in besonderer Weise. Jetzt zeigt sich einmal mehr, dass die Feuerwehren nicht nur einfach eine Sicherheits-Organisation sind!“, macht der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) auf das zumeist stille Wirken der Feuerwehren aufmerksam.

Der Deutsche Feuerwehrverband bedankt sich daher dafür, dass die Feuerwehren auch weiter zuverlässig und ohne besondere Aufmerksamkeit „einfach und ohne viel Aufhebens immer da“ sind. „Eine großartige Leistung unserer Feuerwehren, die damit eine maßgebliche Stütze unserer Gesellschaft sind“, so der DFV.

Viele Feuerwehrleute engagieren sich auch zusätzlich, um Menschen in der aktuellen Krise etwa in der Versorgung oder Betreuung zu helfen, oder leisten seit Wochen Amtshilfe bei Maßnahmen der Behörden – „dabei müssen sie besonders sorgfältig auf Infektionsgefahren achten“, weist DFV-Vizepräsident Lars Oschmann auf eine besondere Belastung hin, „denn bei einer Infektion mit Corona kann unter Umständen nicht bloß die jeweilige Einzelperson für den Feuerwehrdienst ausfallen, sondern gegebenenfalls eine ganze Einheit, die mit ihm zuvor in Berührung war.“ Daher haben die Feuerwehren umfangreiche Maßnahmen, je für die spezielle Situation in ihren jeweiligen Gemeinden, entwickelt, wie sie diesem Problem begegnen und den Grundschutz für die Bevölkerung flächendeckend aufrechterhalten können. „Das alles geschieht zusätzlich zum normalen Betrieb und zu ihren normalen Belastungen, die in ihrem Fall nicht verringert sind, sondern verstärkt wurden. Denn das bedeutet zum Teil eine Trennung von den Familien und Freunden und zusätzliche Belastungen, verbunden mit der Anforderung, weiter jederzeit schnell verfügbar zu sein.“

COVID-19: Rückkehr in Regelbetrieb transparent planen

Der pandemische und exponentielle Verlauf des Corona-Virus (SARS-CoV 2) hat weltweit für erhebliche Veränderungen gesorgt. Hierfür waren auch in Deutschland einige eingreifende Einschränkungen notwendig, so zum Beispiel die Einschränkungen der Sozialkontakte. Als Ziel wurde hier eine Verminderung der Ansteckungszahlen definiert, dies insbesondere um das Gesundheitssystem nicht zu überfordern. „Diesen Einschränkungen mussten wir uns auch als Feuerwehren unterwerfen. Wir haben unseren Dienstbetrieb entsprechend angepasst – zum Beispiel durch Aussetzen von Übungen, Besprechungen und Veranstaltungen und durch Konzentration auf die gesetzlichen Pflichtaufgaben unter Aufgabe von freiwilligen Leistungen wie den so genannten First-Responder-Diensten“, berichtet Klaus Friedrich, Bundesfeuerwehrarzt des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

„Unser Dank gilt allen Menschen, die diese Einschränkungen mit hoher Disziplin befolgt haben: Den aktiven Feuerwehrangehörigen, die in einer schwierigen Gesamtsituation die Einsatzbereitschaft aufrechterhalten haben. Allen in der Ausbildung engagierten Menschen, die digitale Möglichkeiten der Weiterbildung für Jugendfeuerwehren und Einsatzabteilungen erkundet haben. Denen, die Mitglieder der Altersabteilungen durch Besorgungen dabei unterstützt haben, den schwierigen Alltag zu bewältigen“, dankt Hermann Schreck, DFV-Vizepräsident und ständiger Vertreter des Präsidenten. „Gemeinsam haben alle das Ziel verfolgt, besonders die Infektionen in unseren eigenen Reihen möglichst gering zu halten“, ergänzt Friedrich.

Im Zuge der bundesweit getroffenen Vorkehrungen zur Verringerung der Beschränkung bietet der DFV-Bundesfeuerwehrarzt ein Modell zur dynamischen Rückkehr in den Regelbetrieb der Feuerwehr. „Diese Planungen sollten sich nicht nur an Terminen orientieren, sondern transparent und reproduzierbar sein“, erläutert der Mediziner. Klaus Friedrich stellt Planungen für drei unterschiedliche Szenarien vor:
A) Feuerwehr ohne infizierte Personen in eigenen Reihen
B) Feuerwehr mit infizierte Personen in eigenen Reihen
C) Feuerwehr mit einer Neuinfektion in eigenen Reihen

Als Orientierungspunkt verwendet er die Reproduktionszahl, also die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt in einer gewissen Zeit von einer infizierten Person angesteckt werden. Hierauf basierend bewertet der DFV-Bundesfeuerwehrarzt für eine Feuerwehr ohne infizierte Personen in den eigenen Reihen unterschiedliche Punkte, wie die Ausübung von Aufgaben (Pflichtaufgaben/freiwillige Leistungen, den angeordneten Personalansatz (minimalisiert/standardisiert), das Durchführen von Übungsdienst und Unterricht, das Tragen von Schutzausrüstung (Mund-Nasen-Schutz/FFP2-Masken) oder das Stattfinden soziokultureller Veranstaltungen. Zudem gibt er Hinweise zum Verhalten bei infizierten bzw. neu infizierten Personen in den eigenen Reihen und ordnet das weitere Vorgehen in einem solchen Fall ein.

Die Empfehlungen des DFV-Bundesfeuerwehrarztes stehen HIER online.

Ausnahmeregelungen für Vereine und Stiftungen

Information für Feuerwehrvereine und Stiftungen: Der Bund hat mit dem Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht vom 27. März 2020 eine Ausnahmeregelung verabschiedet, mit der Vereine auch dann Beschlüsse fassen können, wenn in ihrer Satzung keine Möglichkeiten für Videokonferenzen oder andere „virtuelle Sitzungen“ vorgesehen sind. Damit können Mitgliederversammlungen, Entlastungen und Wahlen auch in Zeiten von COVID-19 durchgeführt werden. Auch Abstimmungen per E-Mail und Fax werden ermöglicht. § 5 betrifft Vereine und Stiftungen. Das Gesetz steht hier im Bundesgesetzblatt online.

Vegetationsbrandgefahr: Hinweise zur aktuellen und generellen Lage

von Dr. Ulrich Cimolino, Vorsitzender AK Waldbrand im FA ELU, DFV

Das Jahr 2020 hat zwar mit viel Regen die Grundwasserspeicher wieder in vielen Bereichen – aber nicht überall! – etwas angefüllt. In weiten Bereichen v.a. in Mittel- und Ostdeutschland sind die Pegel aber noch weit vom Normalstand entfernt.

Auskünfte darüber können über die ländereigenen Informationsdienste eingeholt werden, hier einige Beispiele, die Darstellung und der Bezug ist leider völlig unterschiedlich:
Bayern: https://www.nid.bayern.de/grundwasser (online direkt von jedem abrufbar)
Brandenburg: https://geobroker.geobasis-bb.de/gbss.php?MODE=GetProductInformation&PRODUCTID=2FE302D7-0ADA-4AFF-B6B3-15AA98C229D7 (Download einer Software notwendig)
NRW: https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/wasser/grundwasser/grundwasserstand/grundwasserdaten-online (Zugang nur über das Behördennetz!)

In weiten Bereichen Deutschlands liegen neben den Trockenschäden aus den letzten Jahren immer noch massive Sturmschäden vor. Diese werden gefolgt von größeren Flächen mit Schädlingsbefall (mittlerweile auch in immer größeren noch stehenden Beständen). Ein Beraumen der Flächen erfolgt oft nicht (Naturschutz, wirtschaftliche Gründe), oder nur rudimentär. Häufig bleibt der Schlagabraum in größeren Haufen oder Streifen mitten im Wald oder an dessen Rand liegen. Brennt so ein Abraumhaufen neben der – ggf. einzigen – Zufahrtsstraße, ist der Bereich auch für Einsatzfahrzeuge nicht mehr erreichbar, bis der Haufen nicht gelöscht ist.

Aktueller Hinweis zur Gefahrenlage:

Es ist in der anlaufenden Vegetationsperiode seit einigen Tagen sehr trocken. Obwohl es für die Jahreszeit zu kalt ist, führen die anströmenden kontinentalen, damit weitgehend trockenen Luftmassen auch bei uns zu einer meist sehr geringen Luftfeuchtigkeit, die das Austrocknen der Oberflächen begünstigt.

Das zeigt sich seit Tagen schon in den Entwicklungen der beiden Indizes des DWD:

Der Graslandfeuerindex ist mittlerweile (Stand: 26.03.2020) für fast ganz Deutschland durchgehend rot (Stufe 4 von 5)!
https://www.dwd.de/DE/leistungen/graslandfi/graslandfi.html

In einigen Bereichen steht auch schon der Waldbrandgefahrenindex bei 4.
https://www.dwd.de/DE/leistungen/waldbrandgef/waldbrandgef.html

Da es die nächsten beiden Wochen – und damit bis weit in den April hinein – den Vorhersagen nach in Deutschland im Durchschnitt voraussichtlich weiter eher (zu) trocken bleiben wird, wird sich das Problem der sehr trockenen Vegetation zu Frühjahrsbeginn und der ausgetrockneten Humusschichten am Boden eher verschärfen.

Mit dem Wind sehr schnell laufende Bodenfeuer können sich hier insbesondere in noch stehenden, ausgetrockneten Schilf-, oder wilden Grasbeständen aus dem letzten Jahr entwickeln.
Diese finden sich oft auch an Waldrändern oder in freien Flächen oft ehemaliger (Hoch-)Moore.

Es besteht hier insbesondere die Gefahr, dass sich ein Feuer dann vom Waldrand in den – unter Umständen sehr trockenen oder vorgeschädigten – Bestand oder in den oft am Waldrand liegenden Schlagabraum frisst und dann aus einem Bodenfeuer sehr schnell ein Vollbrand entstehen kann.

Den Feuerwehren ist ergänzend zu den üblichen Maßnahmen zu raten:
1. Enge Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern, -bauern und Förstern bzw. Forst- und ggf. auch Umweltämtern, um lokale Gefahrenlagen erkennen und ggf. zumindest etwas entschärfen zu können. (Z.B. durch Umlagerung oder Abfahren von Schlagabraum, Kürzen oder Mulchen von Schilf- oder Grasbeständen.)
2. Aktualisierung der Einsatzunterlagen, z.B. Anfahrten, Wasserversorgungsmöglichkeiten.
3. Beginn der Öffentlichkeitsarbeit – soweit noch nicht geschehen – zur Vermeidung von Bränden im Freien. (Auch wenn mit den Ausgangsbeschränkungen derzeit ein geringerer Druck in vielen Gebieten da ist, es gibt natürlich v.a. bei gutem Wetter immer noch viele Spaziergänger, Hundebesitzer, Sportler usw., die sich im Freien aufhalten. Je länger die gute Wetterlage dauert und je weiter das „Corona-Thema“ weg erscheint, umso mehr wird die Nutzung der Natur wieder zunehmen.)
4. Im Einsatzfall ist ein sofortiger massiver Einsatz gefragt, um eine Ausbreitung möglichst noch am Anfang zu verhindern! Auch der Einsatz von Hubschraubern mit Außenlastbehältern kann hier schon in der ersten Phase wertvolle Hilfe liefern.

Neu: Fachbereich Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte

Es gibt einen neuen Fachbereich im Deutschen Feuerwehrverband: Das Gremium befasst sich mit der Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte. Zum Fachbereichsleiter wurde am 13. März Rolf Schamberger, Kunsthistoriker und Leiter des Deutschen Feuerwehr-Museums, bestellt.

„Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden!“, unterstreicht Schamberger mit einem Zitat des dänischen Philosophen Soeren Kierkegaard den Anspruch des neuen Fachbereiches. Auch wenn sich Geschichte niemals 1 zu 1 wiederhole, so beinhalte die Geschichte jedoch einen Erfahrungsschatz, von dem die Gegenwart nur profitieren könne. „Ich freue mich sehr, dass die Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte innerhalb der Facharbeit des DFV mit der Bildung eines eigenen Fachbereichs einen adäquaten Stellenwert eingenommen hat“, resümiert Schamberger.

„Die Thematik der Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte war im vergangenen Jahrzehnt in einem DFV-Arbeitskreis präsent. Unter anderem durch das unermüdliche Engagement von Siegfried Bossack, des langjährigen Vorsitzenden des Arbeitskreises, sowie weiterer Akteure ist das Thema nun erfolgreich in einen Fachbereich überführt worden“, lobt der fachlich zuständige DFV-Vizepräsident Frank Hachemer.

Der neue Fachbereich für Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte des DFV übernimmt nicht nur die Aufgaben des vormaligen Arbeitskreises. Im ersten Schritt wird ein neuer Arbeitskreis „Feuerwehrmuseen in Deutschland“ ergänzt. „Dies war vormals die Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehrmuseen in Deutschland, die unter dem Dach der Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes etabliert wurde. Nun werden die verschiedenen Akteure noch enger vernetzt“, erläutert Schamberger. Angedacht ist zudem die zeitnahe Bildung von Arbeitskreisen für die Bereiche „Historische Feuerwehrautomobile“ sowie „Handdruckspritzen“.

Im neuen Fachbereich sind wie im vorherigen Arbeitskreis 14 Landesfeuerwehrverbände und die Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes (vfdb) vertreten.

Trauer um DFV-Versandhausgründer Rolf Schäfer

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) trauert um Rolf Schäfer, Gründer des Versandhauses des DFV, der im Alter von 73 Jahren verstorben ist. „Rolf Schäfer hat mit Tatkraft und Durchhaltevermögen Maßstäbe gesetzt. Aus seiner Idee eines Versandhauses ist ein umfassender Dienstleister für die Feuerwehren geworden. Dieser war bei der bundesweiten Verbreitung von Rauchwarnmeldern unverzichtbar und ist heute noch ein wichtiger Pfeiler für Öffentlichkeitsarbeit und Brandschutzerziehung in den Feuerwehren“, erinnert Hermann Schreck, Vizepräsident und ständiger Vertreter des Präsidenten des DFV.

Rolf Schäfer war nach einer Lehre zum Großhandelskaufmann und der anschließenden Tätigkeit bei einem Süßwarenhersteller zunächst als Bundesjugendsekretär zum DFV gekommen. Dort trieb er die Idee voran, „all das, was die Feuerwehrangehörigen an tausend Stellen kaufen müssen, zu bündeln – neudeutsch ein One-stop-shop“, wie er selbst 2011 anlässlich seiner Verabschiedung in den Ruhestand nach 43 Dienstjahren erklärt hatte. „Aus einer Bestellliste mit 18 Positionen wurde ein Portfolio von 10.000 Produkten, aus denen unsere Kunden wählen können“, berichtet Schäfers Nachfolger als Geschäftsführer des DFV-Versandhauses, Markus Grashoff.

Rolf Schäfer kannte die Bedarfe der Ehrenamtlichen. Noch als Jugendfeuerwehrangehöriger hatte er am ersten Bundesjugendtreffen in Duisdorf teilgenommen, war Oberbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr, jahrelang Kreisjugendfeuerwehrwart des Landkreises Bonn und Vorsitzender des Stadtjugendrings Bad Godesberg. Schäfer war Träger des Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuzes in Gold und der Goldenen Ehrennadel des DFV.

Aktuelle Lage: „Jetzt ist Zusammenhalt gefragt!“

„Die eintretenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Verbreitung des Corona-Virus fordern auch die Feuerwehren heraus – vor allem im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit, aber auch zum sonstigen Schutz der Menschen in unserem Land“, informiert Hermann Schreck, Vizepräsident und ständiger Vertreter des Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Ausbildungen, Versammlungen, Tagungen und Sitzungen wurden deshalb weitgehend bereits verschoben, abgesagt oder nur unter der Lage angepassten Voraussetzungen durchgeführt. „Die Verantwortlichen sind gemeinsam mit allen Aktiven gefragt, der jeweiligen Situation und Lage gerechte Lösungen zu schaffen, sich eng miteinander abzustimmen, um Ausfälle ausgleichen zu können und immer auf dem aktuellen Stand der Entwicklung zu bleiben. Für diesen außerordentlichen Einsatz danke ich herzlich“, so Schreck.

„Eines ist sicher: Die Verantwortungsträger in den Feuerwehren werden in bewährter Weise mit großer Umsicht und Besonnenheit gemeinsam mit allen Akteuren agieren. So werden die Feuerwehren auch in dieser Situation ihren Teil dazu leisten, damit die zu erwartenden Eingriffe in unser aller Leben in den Reihen der Feuerwehren, aber auch in der übrigen Bevölkerung, richtig aufgefangen werden. Hier wird sich jetzt die besondere gesellschaftliche und soziale Rolle bewähren, die die Feuerwehren innehaben. Jetzt ist Zusammenhalt gefragt!“, erklärt der DFV-Vizepräsident.

Der Deutsche Feuerwehrverband wird im Kontakt mit seinen Mitgliedsverbänden die aktuelle Entwicklung beobachten und die Verbreitung von hilfreichen Informationen unterstützen – etwa über diesen Blog.

29. Deutscher Feuerwehrtag findet 2021 statt

Der 29. Deutsche Feuerwehrtag wird verschoben: Aufgrund der aktuellen Pandemie-Lage findet die Großveranstaltung nun vom 14. bis 19. Juni 2021 statt. „Wir haben uns sehr auf den 29. Deutschen Feuerwehrtag gefreut. Die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren und Rettungsdienste hat allerdings für uns angesichts der Entwicklung des Coronavirus SARS-CoV-2 bei allen Überlegungen höchste Priorität. Die Verschiebung erfolgt nach Abwägung sämtlicher zur Verfügung stehenden Fachinformationen und der sich entwickelnden Lage“, erklärt Hermann Schreck, Vizepräsident und ständiger Vertreter des Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

Der 29. Deutsche Feuerwehrtag findet unter dem Leitmotiv „Sicherheit.Leben“ parallel zur Interschutz statt. „Die Synergie von Fachmesse und Feuerwehrtag ist uns sehr wichtig – die Verschiebung ist eine gemeinsame Entscheidung“, erläutert Schreck. Auf dem Programm steht bei beiden Großveranstaltungen die Gestaltung der Zukunft der Feuerwehren. Der Deutsche Feuerwehrtag findet in Zusammenarbeit mit dem Land Niedersachsen, dem Landesfeuerwehrverband Niedersachsen, der Stadt Hannover sowie der Feuerwehr Hannover in der niedersächsischen Landeshauptstadt statt.

Der Deutsche Feuerwehrverband ist auch einer der ideellen Partner der Interschutz. „Die Planungen für den großen gemeinschaftlichen Messestand des DFV und die begleitenden Veranstaltungen gehen natürlich auf nationaler wie internationaler Ebene weiter“, blickt Schreck in die Zukunft. Weitere Informationen werden auf www.feuerwehrtag.de zur Verfügung gestellt werden.